Kultur

Berlin leuchtet in den „Colours of Love“

Festival of Lights 2026

GDN - Zehn Abende lang wurde Berlin im Oktober 2026 zur offenen Galerie unter freiem Himmel. Vom 9. bis 18. Oktober verwandelte das 22. Festival of Lights Wahrzeichen, Plätze und Fassaden in leuchtende Kunstwerke. Unter dem Motto „Colours of Love“ setzte das Festival auf eine Bildsprache, die Liebe nicht als Kitsch, sondern als vielschichtiges Gefühl verstand: als Nähe, Erinnerung, Hoffnung und Verbindung in einer Stadt, die von Vielfalt lebt.
Täglich zwischen 19 und 23 Uhr zogen Licht- und Videoprojektionen Menschen durch das Zentrum und weit darüber hinaus. Das Brandenburger Tor, der Berliner Dom, der Fernsehturm, der Bebelplatz und der Potsdamer Platz gehörten erneut zu den markanten Schauplätzen. Besonders am Bebelplatz verbanden sich Projektionen und Musik zu einer Inszenierung, die den historischen Ort zeitweise in einen vollkommen neuen Stadtraum verwandelte. Am Potsdamer Platz ergänzten Lichtobjekte und Projektionen die dichte Architektur des Quartiers. Auch abseits der bekannten Postkartenmotive erweiterte das Festival seinen Blick auf die Stadt. Der THF Tower am ehemaligen Flughafen Tempelhof war mit einer bewegten Fassadeninszenierung beteiligt, die sich mit der Transformation des Ortes beschäftigte. Erstmals wurde zudem das Olympiastadion in das Festival einbezogen. Damit zeigte die Veranstaltung erneut, dass Lichtkunst nicht nur Gebäude dekoriert, sondern Räume neu lesbar machen kann.
Das Festival of Lights bleibt dabei ein Ereignis zwischen Kunst, Tourismus und urbanem Spektakel. Der Eintritt zu den Illuminationen war frei; wer die Stadt strukturierter erleben wollte, konnte Führungen zu Fuß, mit dem Bus oder auf dem Wasser nutzen. Gerade diese Offenheit gehört zum Erfolg des Formats: Passantinnen und Passanten begegnen der Kunst nicht in einem abgeschlossenen Museum, sondern auf ihrem Weg durch die Stadt. Seit 2005 prägt das Festival den Berliner Herbst. Die Ausgabe 2026 machte deutlich, warum das Konzept weiterhin funktioniert: Es verbindet bekannte Architektur mit zeitgenössischer Gestaltung und schafft gemeinsame Erlebnisse im öffentlichen Raum. Für einige Tage wurde aus dem nächtlichen Berlin nicht nur eine Kulisse, sondern eine erzählende Stadt aus Licht.
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